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Blick über den Teich

Projekt - Badeteich mit Duftweg

Veröffentlichung aus der Fachzeitschrift GrünForum LA.

Entdeckungsreisen für alle Sinne

Schwimmteiche sind sicherlich ein bestimmendes Element in einem Garten, sie sind aber dennoch nur ein Teil der Gesamtanlage. In Essen entstand ein Garten, der zur Erkundung mit allen Sinnen einlädt und bei dem der Schwimmteich gemeinsam mit der umgreifenden Bepflanzung die Atmosphäre prägt.

Die Wünsche des Auftraggebers, einer Essener Familie, an ihren neuen Garten waren vielfältig: Natürlich muß ein Garten Ruhe und Entspannung ermöglichen, aber er soll auch zu Entdeckungsreisen einladen - alle Sinne sind gefragt, um Formen, Farben, Geräusche, Düfte und kulinarische Entdeckungen erleben zu können.

Diese Erwartungen mündeten in dem Wunsch nach einem Badeteich im eigenen Garten, der allerdings mehr bieten sollte als „nur“ die Möglichkeit eines erfrischenden Bades. Um diesen Traum Realität werden zu lassen, wurde die Landschaftsarchitektin Susanne M. Krawczak im Juni 2001 mit der Planung beauftragt.

Die Planung fügt den Teich natürlich in seine Umgebung ein. Naturnahes Baden mit Ufer- und Wasserpflanzen und lebenden Tieren als gewünschter Badegenuss. Ein Ökosystem ohne Chlor, chemische Zusätze und technische Hilfsmittel. Die organische Teichform teilt sich in einen Schwimm- und einen Klärbereich auf. Der Schwimmbereich bietet Wassererleben auf 25 Meter Bahnen. Mit den Pflanzflächen am Ufer ist ein Beobachten direkt beim Schwimmen möglich. Der Klärbereich ist den verschiedenen Ufer-, Schwimmblatt- und Unterwasserpflanzen vorbehalten, die für die Sauerstoffproduktion sorgen. Getrennt werden beide Bereiche durch eine modellierte Wand, die 40-60 Zentimeter unter der Wasseroberfläche endet. Durch diese Trennung bleiben die Pflanzen im Klärbereich, aber der notwendige Wassseraustausch ist gewährleistet. Einzelne große Kiesel als Trittsteine geben dem Steg eine weitere Funktion: So lässt sich der Badeteich trockenen Fußes überqueren und es entsteht ein Beobachtungspfad, der es erlaubt, das Leben von Libellen oder Molchen aus der Nähe zu verfolgen.

Seitlicher Blick über den Teich

Entspannung verspricht dann der Blick über den Teich und die Landschaft, der sich dem Betrachter von der über dem Wasser schwebenden Terrasse eröffnet. Aber natürlich lockt die Terasse auch zum Sprung in das (an dieser Stelle tiefe) Wasser, als Alternative dazu führt eine Leiter in den Teich.

Terrasse

 

Sehen und hören

Ein „Weg für die Sinne“ erschließt die angrenzenden Flächen sowie das benachbarte Pflanzbeet. In unserer Zeit ist das Sehen der meistbetonteste Sinn. Mit der Vielfalt von Farben und Formen wird durch Pflanzen und Material in einem Garten Abwechslung oder Ruhe erzeugt. Farben schenken Kraft und Energie, inspirieren und motivieren. Auf dem Weg ändern sich die Farben je nach Abschnitt und Jahreszeit. Das höher gelegene Staudenbeet ist mit einer geschwungenen Trockenmauer abgefangen. Über die ausgewählten Farben und Formen, die Linienführung und den passenden Proportionen zwischen Teich und Beet wird ein harmonisches Bild gemalt.

Doch in einem Garten lässt sich auch allerlei Hörenswertes erkunden. Ein Garten ist voller Geräusche, wie die vom Wind, der in Blüten und Blättern säuselt, oder die von Pflanzen, wenn ihre Knospen aufspringen, von Samenkapseln, die bei Berührung rasseln, von Tannenzapfen, die sich bei schönem Wetter hörbar öffnen. Durch die Verwendung von bestimmten Pflanzen werden Insekten und Vögel angelockt, die durch ihr Gezwitscher, Summen und Brummen kleine Konzerte bieten.

Gelb-blühendes Beet

 

Den Garten Riechen

Ein Zitat sagt: 'Ein Tag ohne Dufterlebnis ist ein verlorener Tag.' Um jedem Besucher sein Dufterlebnis zu verschaffen, stehen auf diesem Weg ausgesuchte Duftpflanzen. Durch die Berührung der Füße oder nur durch intensive Sonnenbestrahlung verströmen die Pflanzen ihren Duft und der will genau entdeckt werden: So duftet Thymian zuallererst natürlich nach Thymian, aber außerdem noch nach Zitrone und Orange. Die Berührung einer eher unscheinbaren Pflanze entpuppt diese als Minzeduft-Größe.

Den Abschluss des Pfades bildet ein runder Platz, der im Sommer über und über mit kleinen weißen Blütenkugeln übersät ist. Diese Blütenkugeln und ihre Blätter duften nach Apfel und Banane und gehören erstaunlicherweise zu Kamillepflanzen.

Rondell mit Kamille

 

Den Garten schmecken

Viele Duft- und Blütenpflanzen eignen sich zu kulinarischen Genüssen und sind auf dem Weg der Sinne erntebereit. Die über die Trockenmauer rankenden Kapuzinerkressenblüten schmecken nach Radieschen und ihre Blätter pfeffrig. Die im Staudenbeet stehenden Taglilienblüten sind ebenfalls essbar, die Thymianblätter verfeinern Fleischgerichte und Salate und ihre Blüten sind süße Leckerbissen in einem Salat.

Rosa und weiß-blühender Thymian

 

Den Garten ertasten

Der Mensch will Dinge begreifen können, um sie zu verstehen. Die Entdeckungsreise des Tastens oder Fühlens kann mit Händen und Füßen angetreten werden. Wegbegleitend stehen flauschige Pflanzen, die man nicht mehr loslassen möchte und stachelige, denen man besser nicht zu nahe kommt. Es gibt Erde, Steine, Wasser und Pflanzen zu ertasten, zu erfühlen und zu erfahren.

Edeldistel

Voll der sinnlichen Eindrücke lädt jetzt ein Trockenmauerplätzchen mit duftiger und weicher Orangen-Thymianunterlage zum entspannen und genießen ein. Und wenn man noch länger bleibt, kann man hier im Hesperidengarten als Abschluss noch die Wirkung von Nachtkerze und Mondviole erleben.

Sitz mit Thymian
Landschaftsarchitektur Krawczak
Gärten für die Sinne
     
 
zuletzt verändert: 07.12.06
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